Lobinger: Wegen Krebs kein Handyvertrag

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Lobinger: Wegen Krebs kein Handyvertrag

Sport

Donnerstag, 04. Oktober 2018


Ex-Stabhochspringer Tim Lobinger leidet seit März 2017 an Leukämie. In diesem Sommer muss er in die Notaufnahme, weil sein Körper schwere Abstoßreaktionen zeigt. Die Ärzte bangen um seine Leber. Seine Erkrankung wird ihm sogar im Alltag zur Falle.

Der frühere Stabhochsprung-Star Tim Lobinger hat im Juli diesen Jahres einen schweren Rückfall im Kampf gegen den Blutkrebs erlitten und musste in die Notaufnahme eingewiesen werden. Anlass war eine akute Leberentzündung, die sich als Abstoßreaktion seines Körpers nach einer Stammzellentransplantation herausstellte. Das sagte der an Blutkrebs erkrankte 46-Jährige aus München in einem Interview des Magazins “Bunte”.

In der aktuellen Ausgabe erzählt Lobinger: “Eigentlich fühlte ich mich total gut und gesund, innerhalb von drei Tagen ging dann gar nichts mehr. Ich war komplett gelb, kam in die Notaufnahme. Mein Körper hatte erstmals seit der Transplantation eine Abstoßreaktion. Es fing mit dem Darm an, gleichzeitig war meine Leber so heftig entzündet, dass die Ärzte Panik hatten, ich könne die Leber verlieren oder eine chronische Entzündung bekommen. Ich lag zwölf Tage in der Klinik, guckte nur aus dem Fenster. Es war brutal, ein arger Kollateralschaden.”

Kein Handyvertrag aufgrund der Erkrankung

Im März 2017 war bei dem Hallen-Weltmeister von 2003, der 1997 als erster deutscher Stabhochspringer über sechs Meter hoch gesprungen war, Leukämie diagnostiziert worden. Seitdem musste er fünf Chemotherapien, eine Stammzellentransplantation und Bestrahlungen über sich ergehen lassen. Zeitweise schien der Krebs besiegt, doch im Januar 2018 erfolgte ein Rückschlag, als seine Ärzte erneut Krebszellen entdeckten.

Lobinger kämpfte und zeigte sich in TV-Shows, um über sein Buch “Verlieren ist keine Option. Mein Kampf gegen den Krebs” zu sprechen. Dies führte auch dazu, dass seine Krankheit selbst Mobilfunkanbietern nicht verborgen blieb. Kürzlich habe er ein gutes Angebot mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten gesehen, doch seine Anfrage sei abgelehnt worden, sagte er der “Bunten”: “Mit der Begründung, ich könne die Mindestlaufzeit aufgrund meiner Erkrankung ja wohl nicht erfüllen.” Er habe kein Problem, offen über seine Erkrankung zu sprechen. Diese gehöre zu seinem Leben und er versuche, jeden Tag positiv damit zu leben. “Aber die Sache mit dem Handyvertrag fand ich schon krass”, sagte der 46-Jährige.

Trotz der schweren Krankheit denkt Lobinger nicht ans Aufgeben: “Ich will diesen Kampf gewinnen. Natürlich weine ich mal oder liege nachts wach, weil ich mir Sorgen um die Familie mache.” Sein großer Sohn habe im Sommer das Abitur gemacht und spiele als Stürmer für die SG Wattenscheid 09. Seine Tochter arbeite als Unternehmensberaterin. Sein zweiter Sohn, der drei Jahre ist, wisse, dass der Vater krank sei. “Natürlich möchte ich auch seine Einschulung miterleben”, sagte Lobinger.

Quelle: n-tv.de

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