US-Geschäft für Telekom erneut Grund zur Freude

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– von Nadine Schimroszik

Berlin (Reuters) – Das US-Geschft beschert der Deutschen Telekom einmal mehr positive Nachrichten.

Wegen florierender Geschfte ihrer Tochter T-Mobile US hob der Dax-Konzern am Donnerstag zum zweiten Mal den Ausblick fr das laufende Jahr an. Nun rechnen die Bonner 2018 mit einem bereinigten Betriebsergebnis (Ebitda) von 23,4 Milliarden Euro und damit 200 Millionen Euro mehr als zu Jahresbeginn. T-Mobile US setzt in der weltgrten Volkswirtschaft zum Sprung an und sucht den 26 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss mit dem kleineren Rivalen Sprint, der auf wettbewerbsrechtliche Bedenken stoen knnte. “Wir rechnen noch Ende August mit einer ersten Rckmeldung der Behrden”, kndigte Finanzchef Thomas Dannenfeldt an. “Wir fhlen uns weiterhin sehr wohl mit dem Deal.”

Sollte der Zusammenschluss durchgehen, drfte Europas grter Telekomkonzern noch strker vom Wohl und Wehe des US-Geschfts abhngig sein, das schon jetzt fast die Hlfte zum Umsatz beitrgt. Auch die Wechselkursschwankungen htten dann einen noch greren Einfluss. Im zweiten Quartal fiel der Umsatz wegen des im Jahresvergleich schwcheren US-Dollar um fast drei Prozent auf knapp 18,4 Milliarden Euro. Unter Herausrechnung der Whrungsentwicklung stieg er jedoch um 1,3 Prozent. Finanzchef Dannenfeldt, der den Konzern zum Jahresende verlsst und der von Personalvorstand Christian Illek ersetzt wird, versprach bereits ab dem laufenden Quartal geringere Einflsse durch Umrechnungskurse.

Die Telekom wartet derzeit nicht nur auf einen Bescheid der US-Regulierer sondern auch auf Nachrichten aus Brssel. Ende 2017 hatten die Bonner angekndigt, T-Mobile NL wolle das niederlndische Tele2-Geschft kaufen. Das grne Licht der EU-Kommission steht allerdings noch aus. Dannenfeldt gab sich zuversichtlich, dass der Deal durchgeht. T-Mobile NL und Tele2 hinken deutlich hinter den Platzhirschen KPN und VodafoneZiggo hinterher, was sich auch in den Zahlen widerspiegelt. “Die Niederlande sind ein sehr schwieriger Markt”, sagte der Finanzchef. Ein dritter starker Anbieter werde bentigt – auch fr den Ausbau der Mobilfunknetze fr den neuen Standard 5G, mit dem ein wesentlich greres Datenvolumen bermittelt werden kann als das derzeit der Fall ist.

MAUT-EINIGUNG KOSTET 600 MILLIONEN EURO

Unter dem Strich belastete die Einigung mit dem Bund im jahrelangen Streit ber die versptete Einfhrung der Lkw-Maut. Die Telekom muss fr den Vergleich rund 600 Millionen Euro auf den Tisch legen. Der berschuss fiel von April bis Juni um 43 Prozent auf 495 Millionen Euro. Das Ebitda legte hingegen bereinigt um Wechselkurseffekte und Sondereinflsse um vier Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu.

Problemkind bleibt die IT-Sparte T-Systems, deren Betriebsergebnis wegen Investitionen um elf Prozent auf 121 Millionen Euro fiel. Der neue Spartenchef Adel Al-Saleh will das Geschft bis 2020 mit Cloud-Angeboten und Sicherheitslsungen wieder profitabel machen. Dem Umbau der Sparte sollen 10.500 Stellen zum Opfer fallen, was fr deutlichen Unmut im Konzern sorgt. “Wir werden den Konflikt nach der Sommerpause deutlich hochfahren”, hatte Verdi-Bundesvorstandsmitglied und Telekom-Aufsichtsratsvize Lothar Schrder angekndigt.

Neben T-Systems treibt die Telekom das Megaprojekt Breitbandausbau in Deutschland um. Anfang August schaltete die Telekom sechs Millionen Haushalte fr das sogenannte “Super-Vectoring” mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde frei, bei der herkmmliche Kupferleitungen fr hhere Geschwindigkeiten nachgerstet werden. Konkurrenten kritisieren immer wieder, dass die Telekom mit dem “Vectoring” den Glasfaser-Ausbau verzgert.

Verrgert reagierte Dannenfeldt auf Aussagen des Prsidenten des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, der in einem Interview eine vierte Kraft im deutschen Mobilfunkmarkt neben Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland ins Spiel gebracht hat. Ein vierter Spieler wrde dem Markt Investitionskraft entziehen und auch dem Glasfaserausbau nicht helfen, betonte der Finanzchef. Es wird vermutet, dass United Internet bereits in den Startlchern steht.

Anleger lie der Telekom-Quartalsbericht nahezu kalt. Die Aktie legte 0,4 Prozent zu. Analysten bezeichneten die Quartalszahlen durchweg als solide. Endlich wachse das Europageschft wieder, schrieben die Analysten der Bernstein Bank.

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